Theaterfreunde Göschenen

Turbulenzen am laufenden Band

Mit dem Schwank  „Nid ganz hundert“ sorgen die Theaterfreunde Göschenen auch dieses Jahr für strapazierte Lachmuskeln. Die Premiere steigt am 15. April im ehemaligen Hallenbad. Bis zum 24. April stehen noch vier weitere Aufführungen auf dem Programm.

Bereits seit fünf Jahren garantieren die Theaterfreunde Göschenen jeweils an zwei Wochenenden für vergnügte Stimmung im Dorf. Und auch heuer wird dies nicht anders sein. Nach dem gemeinsamen Lesen begann das Ensemble im Dezember mit dem praktischen Üben. Nicht immer war es einfach, für alle sechzehn auf der Bühne agierenden Spieler einen wöchentlichen Probeabend zu finden, an dem es jedem Akteur auch passte. Dann und wann musste Gaby Fedier  – die gute Fee im Hintergrund – einspringen und kurzerhand die Rolle des fehlenden Mitgliedes übernehmen. Einige Anstrengungen waren auch für die optimale Gestaltung der Kulisse notwenig. Durch die Umplatzierung der Bühne lag zudem die Anschaffung eines neuen Vorhanges nahe. Schliesslich hatte der alte Stoffabschluss schon etlichen Beifallsstürmen getrotzt und sicher auch einigen Motten ein nahrhaftes Zuhause geboten.

Der Dreiakter „Nid ganz hundert“ entspringt der Feder des deutschen Autors Detlef E. König. Die Göschener Laientruppe nahm sich die Mühe, das Stück aus dem Schwäbischen Dialekt in Urner Mundart zu übersetzen, und an passender Stelle aktuelle Geschehnisse aus dem Tal in den Text einfliessen zu lassen. Die oftmals verkannte, in Wahrheit aber sehr verantwortungsvolle Aufgabe der Souffleuse obliegt Daniela Dubacher. Thildi Michlig versteht es hervorragend, die Spielerinnen und Spieler ihren Rollen entsprechend zu schminken. Und Daniela Rothenfluh bedient einmal mehr den Vorhang. Nach den Aufführungen läd die im gleichen Raum untergebrachte Restwirtschaft zum gemütlichen Verweilen ein.

Zum Inhalt

Schauplatz des Geschehens ist die Wohnstube der Familie Weissmehl. Der 99-igste Geburtstag der Erbtante (Ruth Stadler) wirft vom ersten Augenblick an Schwierigkeiten auf, die bis zuletzt kein Ende nehmen. Hausherr Adalbert Weissmehl (Stefan Muther) muss sich mit seinem „von Gott auferlegten“ Eheweib Gloria (Vroni Regli), der Stieftochter Karola (Patrizia Forrer) und zusätzlich mit den aufmüpfigen Bediensteten Amalie (Beatrice Mattli) und Trutpert (Georg Gamma) herumschlagen, als sich auch schon die ersten Gratulanten anmelden.

Mit dem Besuch der „Dorfbarone“, sprich Gemeindepräsident (Walter Baumann), Lehrer (Peter Fedier), Pfarrer (Eugen Rothenfluh) und Landrat (Toni Regli) mausern sich die Turbulenzen zu einem Chaos, aus dem sich auch der Sohn Robert (Simon Senn) und sein Studienkollege Ekke (Matthias Gamma) kaum mehr befreien können.  Ein ehrenwerter, im Innersten jedoch skrupelloser Notar (Andre Simmen) setzt dieser dreisten Erbschleicherei endgültig die Krone auf, indem sogar der Festbraten zugunsten eines manipulierten Testamentes verhökert wird.
Die explosive Stimmung erfährt mit dem unerwarteten Auftauchen der angeblich verwandten Zwillinge (Margrith Stössel und Remo Gamma) weiteren Zündstoff. Und welche Rolle spielt die Veterinärin (Margrith Egli) in dieser verzwickten Geschichte, in der wahrscheinlich keiner der Beteiligten eine blütenreine Weste vorweisen kann?

...kommen Sie vorbei und Sie erfahren es....!

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